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    Hl. Ludgerus

Der heilige Ludger

Bildnis des Hl Liudger - (c) Abtei WerdenIn Mimigernaford (Münster) baute er 793 das erste Kloster und eine Schule: Der heilige Ludger aus Utrecht. Der Apostel der Friesen und der Sachsen.  Etwa sechs Jahre zuvor hatte er vom Frankenkönig, Karl der Große, den Auftrag erhalten, die Missionierung in den sächsisch-friesischen Ländern zu vollenden. So auch im Münsterland. Hier baute er kirchliche Organisationen auf und schaffte eine reguläre Ordnung durch die Anlegung von Pfarrbezirke.

Sein weiter Horizont, sein hoher Bildungsgrad, sein Missionswille und vor allem sein unerschütterliches friedvolles Engagement prädestinierten ihn zum Kandidaten für den ersten Bischof von Münster. 805 ließ er sich in Köln zum Bischof weihen. Mimigernaford wurde zum Bischofssitz, weil sich hier auch vorteilhafterweise einige Handelswege kreuzten. Denn: Wo Kirchen entstanden, kamen die Menschen zusammen, um Gottesdienste zu feiern und um sich taufen zu lassen. Aber auch, um fortan Handel zu treiben und Gericht zu halten. So entstanden Ansiedlungen, um die Kirchen herum. Neue Gemeinden entstanden, wo die Menschen in Frieden zusammen wachsen konnten.

Beruf und Berufung

Bescheiden leben, Vorbild sein und die Menschen mit Gott und seinem Sohn vertraut machen, das war schon in jungen Jahren der Wunsch des jungen Friesens. Denn: Das Licht Jesus Christus, das Licht des Friedens und des Glaubens faszinierte ihn bereits in Kindertagen.
Seine Mutter erlitt kurz vor seiner Geburt im Jahr 742 einen schweren Unfall. Die Tatsache, dass er gesund zur Welt kam, gehörte sicherlich zu seinen Beweggründen, sein Leben Gott zu widmen und sich als Multiplikator für das Christentum stark zu machen.

Der Weg zum Missionar
Bereits mit zwölf Jahren war er dem angelsächsischen Festlandmissionar Bonifatius begegnet. Aus diesem Ereignis erwuchs seine Berufung, Wandermissionar werden zu wollen.
Als weiteres Vorbild gilt der Apostel Paulus, der „Lehrer der Völker“.
Seine christlichen Eltern ließen ihm eine gute Ausbildung zukommen und schickten ihn 755 in das St. Martinskloster nach Utrecht. Anschließend verbrachte er einige Zeit an der Domschule im englischen York. Mit 23 Jahren erhielt er dort 767 die Diakonenweihe.
Einige Jahre wirkte er im christlichen Glauben in Dokkum (NL), wo sein verehrter Bonifatus den Mätyrertod sterben musste. 777 erfährt Ludger die Priesterweihe in Köln.
Auf der Flucht vor dem Sachsenaufstand (784), unter Herzog Widukind, pilgert Ludger nach Rom. Dort erfährt er zwei Jahre später, dass Widukind sich und seine Untertanen taufen ließ. Somit war für ihn der Weg in die Heimat wieder frei.

Wieder in der Heimat

Hier konnte er nun wieder die Pflanze des Glaubens säen, hegen und pflegen und die Herzen der Menschen öffnen. In den letzten 16 Jahren seines Lebens  (792 bis 809) konzentrierte er seine Kraft mit besonderer Wirksamkeit auf das Münsterland. Den Ansiedlungen Coesfeld und Billerbeck fühlte der heilige Ludger sich in besonderer Weise verbunden. Denn der Widerstand gegen die fränkische Herrschaft und den neuen Glauben war hier lange aufrecht erhalten worden.
Am Passionssonntag (26. März 809) feierte er zunächst die Frühmesse in Coesfeld und machte sich danach - schon von schwerer Krankheit gezeichnet - auf den Weg nach Billerbeck.
Oberhalb der heutige Benediktinerabtei Gerleve legte er eine Rast ein und genoss von dort noch einmal den Blick auf das Münsterland. Mit allerletzter Kraft erreichte er Billerbeck. Dort, in der kleinen Kirche feierte er seine letzte heilige Messe.
In den frühen Morgenstunden des nachfolgenden Tages holte Gott den Missionar Ludger zu sich. Der Patron der Lebenden und der Sterbenden wurde in der von ihm gegründeten Salvator Abtei Werden beigesetzt.

Orte des lebendigen Glaubens
„Ich verkünde Euch Christus“ lautete stets seine Berufung. Somit sind die Kirchen und Klöster, die im Zusammenhang mit ihm stehen nicht nur Erinnerungsorte oder historische Bauwerke, sondern bis heute Orte des lebendigen Glaubens.
Papst Benedikt XVI sagte über den 1. Bischof von Münster: „Der hl. Ludger ist zum vorbildlichen und überzeugenden Anwalt der „Liebesgeschichte“ Gottes mit uns Menschen geworden!“